Wie kontrolliert man den Motorölstand richtig?
Mit dem Peilstab am gelben Ring prüfst du den Ölstand in fünf Minuten selbst und füllst bei Bedarf richtig nach.

Kurze Antwort
Parke auf ebenem Boden, stelle den Motor ab und warte 10 Minuten. Zieh den Peilstab am gelben Ring heraus, wisch ihn mit einem sauberen Tuch ab, schieb ihn bis zum Anschlag zurück und zieh ihn erneut. Die Ölspur muss zwischen MIN und MAX liegen. Liegt sie nahe MIN, fülle Öl gleicher Viskosität (z. B. 5W-30) in Portionen von 200-300 ml nach und messe nach 2 Minuten erneut.
Das brauchst du
Schritt für Schritt
Auf ebenem Boden parken und warten
Auf einer Rampe oder am Hang weicht die Messung um 2-3 mm ab und das Ergebnis ist falsch. Zieh die Handbremse und schalte die Zündung aus. Bei warmem Motor warte 10 Minuten, nach längerer Autobahnfahrt 15-20 Minuten, damit das Öl in die Ölwanne zurückläuft.
Motorhaube öffnen und Peilstab finden
Zieh den Haubengriff links im Fußraum des Fahrers, drück dann den Sicherungshaken vorn in der Haubenmitte zur Seite und heb die Haube an. Der Peilstab hat einen gelben oder orangen Ring und meist ein Ölkännchen-Symbol. Bei manchen Modellen steht ENGINE OIL darauf.
Peilstab herausziehen und abwischen
Fass den Ring und zieh den Stab gerade nach oben. Wisch die letzten 8-10 cm vollständig mit Papiertuch ab, denn die erste Spur stammt von Öl, das im Rohr hochgespritzt ist, und ist unbrauchbar. Schieb den sauberen Stab bis zum Anschlag zurück, warte 2 Sekunden und zieh ihn erneut.
MIN-MAX-Bereich ablesen
Am Ende des Stabs sitzen zwei Kerben, zwei Löcher oder ein geriffelter Bereich: die untere Marke ist MIN, die obere MAX. Die Oberkante der Ölspur soll zwischen beiden Marken liegen, idealerweise näher an MAX. Bei schlechtem Licht halte die Handylampe hinter den Stab.
Farbe und Konsistenz beurteilen
Gesundes Motoröl reicht von honigfarben bis dunkelbraun und fühlt sich zwischen den Fingern glatt an. Ist es hell wie Milchkaffee und schaumig, hat sich Wasser eingemischt; glitzern Metallpartikel oder sandige Körner darin, liegt Verschleiß vor. In beiden Fällen nichts nachfüllen, sondern in die Werkstatt fahren.
Bei Bedarf in kleinen Portionen nachfüllen
Der Öleinfülldeckel ist vom Peilstab getrennt und trägt ein Ölkännchen-Symbol, oft mit Viskositätsangabe. Dreh ihn gegen den Uhrzeigersinn auf und gib mit dem Trichter 200-300 ml ein. Warte 2 Minuten und messe erneut. Von MIN auf MAX passen meist 0,8-1 Liter, also nie einen ganzen Liter auf einmal einfüllen.
Alles verschließen, starten und Boden prüfen
Dreh den Einfülldeckel fest zu, drück den Peilstab bis zum Anschlag hinein und lass die Haube aus etwa 30 cm Höhe zufallen. Lass den Motor eine Minute laufen und prüfe, ob die Öldruckleuchte erlischt. Fahr das Auto ein Stück vor und schau, ob auf dem Parkplatz Tropfen zurückbleiben.
Messwert notieren und beobachten
Schreib Datum, Kilometerstand und die nachgefüllte Menge in eine Notiz auf dem Handy. Einmal im Monat, vor jeder langen Fahrt und bei jedem Tanken zu messen ist eine gute Gewohnheit. Verbraucht der Motor mehr als 500 ml auf 1.000 km, frag in der Werkstatt nach.
Tipps
Achtung
Zu viel Öl ist genauso gefährlich wie zu wenig. Über der MAX-Marke schäumt die Kurbelwelle das Öl auf, der Druck fällt, Dichtungen und Katalysator werden geschädigt. Saug den Überschuss mit einer Spritze durch das Peilstabrohr ab oder fahr in die Werkstatt. Beim Öffnen des Einfülldeckels am heißen Motor können Dampf und heißes Öl spritzen: nie ohne Handschuhe anfassen.
Häufige Fragen
+Messe ich den Ölstand warm oder kalt?
Beides geht, bleib nur konsequent bei einer Methode. Die meisten Hersteller empfehlen 10 Minuten nach dem Abstellen; bei ganz kaltem Motor liegt der Wert einige Millimeter höher.
+Darf ich unter MIN weiterfahren?
Auf kurzer Strecke riskant, auf langer Fahrt keinesfalls. Bei zu geringer Schmierung verschleißen Lager und Kurbelwelle. Hol an der nächsten Tankstelle einen Liter in passender Viskosität und fülle vor der Weiterfahrt nach.
+Welche Viskosität soll ich kaufen?
Sie steht in der Betriebsanleitung und meist auf dem Öleinfülldeckel, zum Beispiel 5W-30 oder 0W-20. Bei Unsicherheit nenne den Motorcode aus den Fahrzeugpapieren in einer Fachwerkstatt.
+Bedeutet die Ölleuchte, dass kein Öl mehr da ist?
Die rote Öldruckleuchte warnt vor fehlendem Druck, nicht vor niedrigem Stand: sofort sicher anhalten und Motor abstellen. Die gelbe Ölstandswarnung zeigt fehlendes Öl an und lässt sich durch Nachfüllen beheben.
+Wie oft soll ich kontrollieren?
Einmal im Monat und vor jeder längeren Fahrt genügt. Bei Fahrzeugen über 100.000 km oder Motoren mit Ölverbrauch ist eine Kontrolle alle zwei Wochen sicherer.
Quellen und Prüfung
Zuletzt geprüft: 13 Eylül 2026. sag uns Bescheid. Menü- und Displaybezeichnungen sind an deutschsprachige Fahrzeugmenüs angelehnt; Mengen in Litern und Millilitern.
Dieser Inhalt dient der Information; bei Behördengängen gelten die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle. Details: Haftungsausschluss.