Wie installiert man Pakete anderer Distributionen mit Distrobox?

Distrobox startet über Podman oder Docker andere Distributionen in Containern, damit Sie auch Pakete nutzen können, die Ihr System nicht anbietet.

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Kurze Antwort

Installieren Sie Podman (oder Docker) und danach distrobox aus dem Repository Ihrer Distribution. Legen Sie mit distrobox create --name box --image fedora:latest einen Container an, betreten Sie ihn mit distrobox enter box und installieren Sie das gewünschte Paket mit dem Paketmanager dieser Distribution (dnf, apt, pacman). Grafische Programme erscheinen nach dem Export im Menü Ihres Hauptsystems.

Das brauchst du

Ein Rechner mit Linux (Ubuntu, Fedora, Arch oder openSUSE, egal welches)
Podman oder Docker als Container-Engine
Terminalzugang mit sudo-Rechten
Internetverbindung zum Herunterladen der Images

Schritt für Schritt

01

Container-Engine installieren

Distrobox arbeitet im Hintergrund mit Podman oder Docker. Podman läuft rootless und ist deshalb die empfohlene Wahl: unter Ubuntu/Debian sudo apt install podman, unter Fedora sudo dnf install podman, unter Arch sudo pacman -S podman. Wenn Sie Docker verwenden, müssen Sie Ihren Benutzer der Gruppe docker hinzufügen und sich neu anmelden.

02

Distrobox einrichten

In den meisten Distributionen liegt distrobox bereits im Repository: sudo apt install distrobox oder sudo dnf install distrobox. Fehlt das Paket, nutzen Sie das offizielle Skript: curl -s https://raw.githubusercontent.com/89luca89/distrobox/main/install | sudo sh. Prüfen Sie die Installation anschließend mit distrobox version.

03

Box anlegen

Wählen Sie das Image der Distribution, die Ihr gewünschtes Paket anbietet. Beispiel: distrobox create --name fedora-box --image fedora:latest, oder für ein Paket aus dem Arch-Repository --image archlinux:latest. Beim ersten Anlegen wird das Image geladen, das kann einige Minuten dauern. Vorhandene Boxen zeigt distrobox list.

04

Box betreten und Paket installieren

Mit distrobox enter fedora-box gelangen Sie in den Container. Ab jetzt arbeiten Sie wie ein normaler Nutzer dieser Distribution: sudo dnf install programmname oder in einer Arch-Box sudo pacman -S programmname. Ihr Home-Verzeichnis liegt im Container an derselben Stelle, Sie erreichen Ihre Dateien also direkt.

05

Anwendung ins Hauptsystem exportieren

Führen Sie im Container distrobox-export --app programmname aus. Die Anwendung erscheint danach im Anwendungsmenü Ihres Hauptsystems und startet wie ein gewöhnliches Programm. Für Kommandozeilenwerkzeuge nutzen Sie distrobox-export --bin /usr/bin/werkzeug --export-path ~/.local/bin.

06

Boxen verwalten und aufräumen

Mit exit verlassen Sie die Box. Zum Anhalten dient distrobox stop fedora-box, zum vollständigen Löschen distrobox rm fedora-box. Beim Löschen verschwinden auch die im Container installierten Pakete, die Dateien in Ihrem Home-Verzeichnis bleiben erhalten.

07

Konfiguration dauerhaft sichern

Für häufig genutzte Boxen tragen Sie die Definition in ~/.config/distrobox/distrobox.ini ein und richten sie mit distrobox assemble create auf jedem Rechner identisch ein. So müssen Sie die Schritte nach einem Rechnerwechsel nicht erneut eintippen.

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Tipps

Ziehen Sie Podman Docker vor: es braucht keine root-Rechte, senkt damit das Risiko für Ihr Hauptsystem und erfordert keine zusätzliche Gruppenkonfiguration.
Legen Sie für jede Aufgabe eine eigene Box an. Wenn Entwicklungsumgebung, Spiele-Abhängigkeiten und Testpakete getrennt bleiben, löschen Sie im Fehlerfall nur eine Box.
Für AUR-Pakete ist eine Box mit dem archlinux-Image der schnellste Weg zu Software, die es in Ihrer Distribution nicht gibt.
Gibt es die Anwendung schon als Flatpak oder Snap, brauchen Sie Distrobox nicht. Nutzen Sie es nur für Pakete, die dort fehlen.
Mit distrobox create --root angelegte Boxen gelten systemweit, verlangen aber sudo. Im Alltag brauchen Sie das nicht.

Achtung

Distrobox-Container sind keine Sicherheits-Sandbox. Da Ihr Home-Verzeichnis in den Container eingebunden wird, kann ein bösartiges Skript in der Box Ihre Dateien lesen oder löschen. Installieren Sie keine Images und Pakete aus unbekannten Quellen.

Häufige Fragen

+Funktioniert Distrobox wie eine virtuelle Maschine?

Nein. Eine virtuelle Maschine startet einen eigenen Kernel, Distrobox öffnet Container, die den Kernel Ihres Hauptsystems mitbenutzen. Deshalb gibt es kaum Leistungsverlust und der Start dauert nur Sekunden.

+Erscheinen installierte Anwendungen im Menü?

Ja, sobald Sie im Container distrobox-export --app programmname ausführen. Ohne diesen Befehl starten Sie das Programm nur nach dem Betreten der Box im Terminal.

+Wie viel Speicherplatz wird verbraucht?

Ein Image belegt typischerweise 300 MB bis 1,5 GB, dazu kommen die installierten Pakete. Nicht genutzte Boxen entfernen Sie mit distrobox rm und geben so Platz frei.

+Hilft es auf abgeschlossenen Systemen wie Steam Deck oder Fedora Silverblue?

Ja, dort ist der Nutzen am größten. Sie verwenden jeden gewünschten Paketmanager innerhalb der Box, ohne die Dateien des Hauptsystems anzutasten.

+Werden meine Dateien beim Löschen einer Box entfernt?

Ihr Home-Verzeichnis liegt im Hauptsystem, diese Dateien bleiben erhalten. Verloren gehen nur die Pakete und Einstellungen, die Sie innerhalb des Containers eingerichtet haben.

Quellen und Prüfung

Zuletzt geprüft: 12 Eylül 2026. sag uns Bescheid. Deutsche Fassung; Befehle und Paketnamen bleiben unverändert.

Dieser Inhalt dient der Information; bei Behördengängen gelten die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle. Details: Haftungsausschluss.

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