Wie halte ich Router und Internet bei Stromausfall am Laufen?
So ermitteln Sie den Wattbedarf von Router und ONT, wählen die passende USV und bleiben 3 bis 6 Stunden ohne Netzstrom online.

Kurze Antwort
Rechnen Sie die Angaben der Netzteile (z. B. "OUTPUT 12V 1,5A") in Watt um; Router und ONT brauchen zusammen meist 15 bis 25 W. Für ein einzelnes 12-V-Gerät reicht eine Mini-DC-USV mit 12 V 2 A und mindestens 33 Wh (8.800 mAh): 3 bis 5 Stunden. Bei ONT, Router und Kamera nehmen Sie eine Line-interactive-USV mit 650 VA / 390 W. Messen Sie die Laufzeit danach selbst mit der Stoppuhr.
Das brauchst du
Schritt für Schritt
Echten Wattbedarf berechnen
Drehen Sie die Netzteile von Router und ONT um und lesen Sie das Kleingedruckte: "OUTPUT: 12V ⎓ 1,5A" bedeutet 12 x 1,5 = 18 W. Addieren Sie alle Geräte und rechnen Sie 20 Prozent Reserve dazu. Für den genauen Wert stecken Sie die Steckdosenleiste ins Energiekostenmessgerät und warten zehn Minuten; der W-Wert schwankt mit dem WLAN-Verkehr zwischen 8 und 25 W, notieren Sie das Maximum.
Gerätetyp auswählen
Bei einem einzelnen 12-V-Router genügt eine Mini-DC-USV: lautlos, ohne Wandlerverlust, 33 Wh halten bei 15 W Last 2,5 bis 3,5 Stunden. Ab drei Geräten wie ONT, Router, Switch und Kamera oder bei 230-V-Eingang nehmen Sie eine Line-interactive-USV mit 650 VA / 390 W; deren 12-V-7-Ah-Akku hat 84 Wh und liefert trotz Wandlerverlust rund 3 bis 4 Stunden.
Spannung einstellen, erst dann einstecken
Stellen Sie den Wahlschalter an der Seite der Mini-USV auf die passende Stufe aus "9V / 12V / 15V / 24V" und sichern Sie ihn mit dem Schräubchen. Prüfen Sie die Spannung mit dem Multimeter, bevor Sie den Hohlstecker (bei den meisten Routern 5,5 x 2,1 mm) einsteckern. Eine falsche Stufe zerstört die Platine sofort, und die Garantie greift dafür nicht.
Voll laden und Laufzeit messen
Lassen Sie die USV 8 bis 12 Stunden an der Steckdose, bis die Lade-LED dauerhaft grün leuchtet. Ziehen Sie dann nur den Stecker der USV, starten Sie die Stoppuhr und lassen Sie am Handy ein Video laufen. Notieren Sie den Moment, in dem das Internet ausfällt: unter drei Stunden reicht die Kapazität nicht, dann eine Stufe größer kaufen.
Verbrauch im Ausfall senken
Das 5-GHz-WLAN allein zieht 3 bis 5 W. Öffnen Sie die Benutzeroberfläche im Browser, bei der FRITZ!Box über fritz.box oder 192.168.178.1 unter "WLAN > Funknetz" und deaktivieren Sie das 5-GHz-Frequenzband; beim Speedport liegt der Schalter unter 192.168.2.1 in "Internet > WLAN-Grundeinstellungen". TV-Box, externe Festplatte und Drucker gehören nicht an die USV.
Mobilen Ersatzplan einrichten
Auch der Glasfaser-Verteiler auf der Straße kann ohne Strom sein, deshalb brauchen Sie eine zweite Leitung. Testen Sie jetzt unter Android "Einstellungen > Verbindungen > Mobile Hotspot und Tethering" und auf dem iPhone "Einstellungen > Persönlicher Hotspot". Legen Sie eine Powerbank mit 20.000 mAh daneben, sie lädt das Handy zweimal.
Ausfallinfo beim Netzbetreiber holen
Ihr Verteilnetzbetreiber führt eine Störungsauskunft im Netz, etwa Netze BW, Westnetz oder Bayernwerk, jeweils unter "Störungsauskunft" oder "Geplante Abschaltungen". Fragen Sie mit Postleitzahl oder Adresse ab, ob es eine geplante Abschaltung oder eine Störung ist. Bei geplanter Abschaltung laden Sie die USV einen Tag vorher voll.
Halbjährlich testen, Akku rechtzeitig tauschen
Ziehen Sie alle sechs Monate den Stecker, messen Sie die Laufzeit erneut und schreiben Sie sie auf. Bleiakkus verlieren in 2 bis 3 Jahren die Hälfte ihrer Kapazität; sinkt die Zeit unter 50 Prozent der ersten Messung, tauschen Sie den 12-V-7-Ah-Akku. Störender Alarm lässt sich bei den meisten Modellen mit fünf Sekunden auf "Mute" abschalten.
Tipps
Achtung
Der häufigste und teuerste Fehler ist die falsche Spannung: Ein Router für 9 V an der 12-V-Stufe der Mini-USV brennt in Sekunden durch. Das zweite Risiko ist eine falsche Erwartung. Verlieren Glasfaser-Verteiler, DSLAM oder Mobilfunkmast ebenfalls Strom, kommt trotz laufendem Router kein Internet an. Planen Sie die USV deshalb nie als Alleinlösung, sondern immer mit mobilem Ersatz.
Häufige Fragen
+Mein Router läuft, aber das Internet nicht. War die USV umsonst?
Nein, sie reicht nur nicht allein. Ist die Reserve im Straßenverteiler oder in der Vermittlungsstelle leer, fällt die Leitung aus; ein laufender Router erleichtert dann aber den Wechsel auf den Handy-Hotspot.
+Mini-DC-USV oder klassische USV, was ist besser?
Für einen einzelnen 12-V-Router ist die Mini-DC-USV effizienter, leiser und günstiger. Bei ONT, Router, Switch und Kamera nehmen Sie eine Line-interactive-USV mit 650 VA / 390 W.
+Kann ich den Router mit einer Powerbank versorgen?
Ja, mit einer Powerbank mit USB-C-PD-Ausgang und einem 12-V-Triggerkabel. 20.000 mAh halten einen 15-W-Router rund 3 bis 4 Stunden, allerdings schaltet das nicht automatisch um.
+Wie oft muss der Akku der USV getauscht werden?
Bei Bleiakkus sind 2 bis 3 Jahre normal, bei Lithium-Mini-USVs 4 bis 5 Jahre. Fällt die Überbrückungszeit auf die Hälfte des ersten Messwerts, ist der Tausch fällig.
+Lässt sich das Piepen der USV ganz abschalten?
Bei den meisten Modellen schweigt der Alarm, wenn Sie "Mute" oder "Test/Mute" fünf Sekunden halten. Die kritische Akkuwarnung bleibt meist aktiv, weil sie die letzte Meldung vor dem Abschalten ist.
Quellen und Prüfung
Zuletzt geprüft: 15. September 2026. sag uns Bescheid. Für Deutschland angepasst: Beispielrouter FRITZ!Box (fritz.box, 192.168.178.1) und Speedport (192.168.2.1), Ausfallinfos über die Störungsauskunft der Verteilnetzbetreiber wie Netze BW, Westnetz oder Bayernwerk, Netzspannung 230 V.
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