Wie findet man die Ursache eines Windows-Bluescreens?

Die echte Ursache eines Bluescreens in Windows 10 und 11 mit Dump-Datei, Ereignisanzeige und WhoCrashed in rund 30 Minuten aufspüren.

Masada mavi hata ekranı gösteren dizüstü bilgisayar, yanında not defteri, tornavida seti ve çıkarılmış RAM çubuğu.

Kurze Antwort

Notieren Sie den Stoppcode auf dem Bluescreen (z. B. DRIVER_IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL). Lassen Sie die Dump-Speicherung aktiviert und öffnen Sie die .dmp-Datei aus C:\Windows\Minidump mit WhoCrashed oder BlueScreenView. Der im Bericht genannte Treibername (z. B. nvlddmkm.sys) zeigt den Schuldigen. Fehlt ein Treibername, prüfen Sie Arbeitsspeicher und Festplatte.

Das brauchst du

PC mit Windows 10 oder 11 und ein Administratorkonto
Internetverbindung (rund 20 MB Download)
BlueScreenView oder WhoCrashed (kostenlos)
Leerer USB-Stick mit 8 GB, falls das System nicht mehr startet
Handykamera für ein Foto des Bluescreens

Schritt für Schritt

01

Stoppcode festhalten

Fotografieren Sie den Bluescreen sofort mit dem Handy. Schreiben Sie die Zeile "Stoppcode" im unteren Bereich und, falls vorhanden, den Dateinamen auf (z. B. ntoskrnl.exe, atikmdag.sys). Dieser Code ist der schnellste Weg, um Treiberfehler von Hardwaredefekten zu unterscheiden.

02

Dump-Speicherung einschalten

Tippen Sie im Startmenü "Erweiterte Systemeinstellungen" und öffnen Sie im Reiter Erweitert die Einstellungen unter "Starten und Wiederherstellen". Wählen Sie bei "Debuginformationen speichern" den Eintrag "Kleines Speicherabbild (256 KB)" und entfernen Sie das Häkchen bei "Automatisch Neustart durchführen". So entsteht eine Datei und der Bildschirm bleibt lesbar.

03

Minidump-Datei suchen

Geben Sie im Explorer in die Adressleiste C:\Windows\Minidump ein und drücken Sie Enter. Suchen Sie die .dmp-Datei, deren Datum und Uhrzeit zum Absturz passt; sie ist meist 100 bis 800 KB groß. Ist der Ordner leer, war die Dump-Speicherung aus und Sie müssen den nächsten Absturz abwarten.

04

Dump-Datei auslesen

Laden Sie BlueScreenView von nirsoft.net und starten Sie die Datei ohne Installation; das Programm liest den Minidump-Ordner automatisch. Achten Sie auf die rot markierte Spalte "Caused By Driver". Wer einen ausführlicheren Bericht möchte, installiert WhoCrashed Home Edition von resplendence.com und klickt auf Analyze.

05

In der Ereignisanzeige prüfen

Öffnen Sie über das Startmenü die "Ereignisanzeige" und gehen Sie zu Windows-Protokolle > System. Filtern Sie rechts über "Aktuelles Protokoll filtern" nach Fehler und Kritisch und suchen Sie in der Spalte Quelle nach BugCheck oder Kernel-Power 41. Die Einträge unmittelbar vor dem Absturz zeigen den echten Auslöser.

06

Verdächtigen Treiber aktualisieren oder zurücksetzen

Suchen Sie die .sys-Datei aus dem Bericht im Internet, um die zugehörige Hardware zu ermitteln. Klicken Sie im Geräte-Manager mit der rechten Maustaste auf das Gerät und wählen Sie Eigenschaften > Treiber > "Vorheriger Treiber", oder installieren Sie den aktuellen Treiber vom Hersteller. Bei Grafiktreibern ist die saubere Deinstallation mit DDU am sichersten.

07

Speicher und Datenträger testen

Zeigt der Bericht nur ntoskrnl.exe, prüfen Sie die Hardware. Starten Sie über das Startmenü die "Windows-Speicherdiagnose"; der PC startet neu und testet 15 bis 30 Minuten. Führen Sie danach in der Eingabeaufforderung als Administrator chkdsk C: /f /r und sfc /scannow aus; beides dauert zusammen 40 bis 90 Minuten.

08

Mit der Treiberüberprüfung nachfassen

Bleibt die Ursache unklar, tippen Sie verifier in die Administrator-Eingabeaufforderung. Wählen Sie "Benutzerdefinierte Einstellungen erstellen" > "Einzelne Tests aus der Liste auswählen", markieren Sie die Standardtests und alle Treiber ohne Microsoft-Herkunft. Der PC stürzt absichtlich häufiger ab und schreibt den Schuldigen in den Dump. Am Ende mit verifier /reset abschalten.

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Tipps

Tritt der Absturz immer im gleichen Programm auf (Spiel, Videoschnitt), beginnen Sie beim Treiber der dort genutzten Hardware. Das führt am schnellsten zum Ergebnis.
Haben Sie in den letzten sieben Tagen neuen RAM, eine Grafikkarte oder eine SSD eingebaut, bauen Sie das Teil zuerst wieder aus. Viele Bluescreens nach einem Umbau kommen von lockeren Kabeln oder dem falschen Steckplatz.
Startet Windows nicht mehr und hängt in der Bluescreen-Schleife, schalten Sie den PC dreimal während des Startvorgangs hart aus. Über die automatische Reparatur gelangen Sie mit Problembehandlung > Erweiterte Optionen > Starteinstellungen in den abgesicherten Modus.
Ist Übertaktung aktiv (XMP, PBO oder ein OC-Profil im BIOS), laden Sie die Standardwerte des BIOS und beobachten Sie zwei Tage. Ein instabiles Speicherprofil ist die am häufigsten übersehene Ursache.
Zur Analyse auf einem anderen PC können Sie die .dmp-Datei auf einen USB-Stick kopieren. Sie enthält keine persönlichen Daten, sondern nur einen Auszug des Speichers im Moment des Absturzes.

Achtung

Nach dem Aktivieren der Treiberüberprüfung (verifier) kann der PC bei jedem Start abstürzen. Dann hilft nur der abgesicherte Modus mit dem Befehl verifier /reset, sonst bootet das System nicht normal. Führen Sie chkdsk /r außerdem nie aus, solange wichtige Dateien nicht auf einer externen Platte gesichert sind: Auf einem angeschlagenen Datenträger kann die Prüfung den Datenverlust beschleunigen.

Häufige Fragen

+Der Minidump-Ordner ist leer, was nun?

Dann ist die Dump-Speicherung aus oder auf Laufwerk C fehlt Platz. Aktivieren Sie in den erweiterten Systemeinstellungen "Kleines Speicherabbild", überlassen Sie die Auslagerungsdatei dem System, halten Sie mindestens 5 GB frei und warten Sie den nächsten Absturz ab.

+BlueScreenView zeigt nur ntoskrnl.exe, ist das die Ursache?

Nein, ntoskrnl.exe ist der Windows-Kernel und erscheint bei fast jedem Absturz. Meist liegt das Problem dann bei RAM, Datenträger oder Netzteil, also weiter mit Speicherdiagnose und chkdsk.

+Wie oft darf ein Bluescreen auftreten, ohne bedenklich zu sein?

Eine unbedenkliche Häufigkeit gibt es nicht, ein einzelner Absturz pro Monat ist aber meist ein vorübergehender Treiberfehler. Bei mehr als einem Absturz pro Woche sollten Sie Treiber und Hardware gründlich prüfen.

+Löst ein Zurücksetzen von Windows das Problem?

Bei Software- und Treiberursachen ja, bei einem Hardwaredefekt nicht. Analysieren Sie den Dump vorher: Zeigt er RAM- oder Datenträgerfehler, ist die Neuinstallation vergebliche Mühe.

+Muss ich in eine Werkstatt und was kostet das?

Wenn die Speicherdiagnose Fehler meldet oder der PC selbst im abgesicherten Modus abstürzt, ist eine Werkstatt sinnvoll. In Deutschland liegt eine Fehlerdiagnose meist zwischen 50 und 120 Euro, Ersatzteile kommen extra dazu.

Quellen und Prüfung

Zuletzt geprüft: 15. September 2026. sag uns Bescheid. Menü- und Schaltflächennamen entsprechen der deutschen Windows-Oberfläche. Die Preisangabe zur Fehlerdiagnose wurde für Deutschland angepasst und kann je nach Werkstatt abweichen.

Dieser Inhalt dient der Information; bei Behördengängen gelten die aktuellen Angaben der zuständigen Stelle. Details: Haftungsausschluss.

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